Was der Nachsendeauftrag kann – und was nicht

Ein Nachsendeauftrag leitet deine Post an die neue Adresse weiter. Du beauftragst ihn bei der Deutschen Post, online oder in der Filiale. Der Service klingt nach Rundum-Schutz. Das ist er aber nicht. Was ankommt und was nicht, entscheidet über böse Überraschungen. Deshalb lohnt sich der genaue Blick.

Nachgesendet werden vor allem diese Sendungen:

  • Briefe und Postkarten
  • Einschreiben
  • Päckchen und Pakete von DHL
  • Bücher- und Warensendungen

Nicht oder nur eingeschränkt nachgesendet werden dagegen:

  • Pakete anderer Dienste wie Hermes, DPD, GLS oder Amazon Logistics
  • Förmliche Zustellungen von Gerichten und Behörden
  • Sendungen mit dem Vermerk „Nicht nachsenden”
  • Zeitschriften und Kataloge, je nach Versandart

Der wichtigste Punkt steht in der Mitte: Behördenpost. Gerichte und viele Ämter stellen förmlich zu. Solche Briefe gelten als zugestellt, auch wenn du sie nie siehst. Verpasste Fristen können hier richtig teuer werden. Melde dich deshalb trotzdem schnell bei allen wichtigen Stellen um.

Auch Paketdienste außer DHL kennen deinen Auftrag nicht. Hermes und DPD liefern stur an die alte Adresse. Ändere die Lieferadresse in deinen Shop-Konten deshalb direkt nach dem Umzug.

Die Nachsendung selbst funktioniert per Aufkleber. Die Post überklebt die alte Adresse und leitet den Brief weiter. Dadurch kommt nachgesendete Post oft einen Tag später an. Für eilige Dokumente lohnt sich die direkte Adressänderung beim Absender.

Diese Fristen musst du einhalten

Die Post braucht Zeit, um den Auftrag einzurichten. Offiziell reichen 5 Werktage Vorlauf vor dem Umzug. Verlass dich darauf besser nicht. Plane stattdessen 2 bis 3 Wochen ein. Dann greift die Nachsendung sicher ab dem ersten Tag.

Den Starttermin wählst du bei der Buchung selbst. Du kannst den Auftrag also früh buchen und später starten lassen. Lege den Start am besten auf den Tag der Schlüsselübergabe. So landet keine Post im leeren Briefkasten. Der Nachmieter darf deine Post zwar nicht öffnen. Trotzdem geht dort erfahrungsgemäß immer wieder etwas verloren.

Bleibt die Frage nach der Dauer. Sechs Monate sind das Minimum und für viele ausreichend. Manche Absender reagieren aber erst nach Monaten auf Adressänderungen. Denke auch an Absender mit Jahresrhythmus, etwa die Nebenkostenabrechnung. Ein ganzes Jahr ist deshalb die sichere Variante.

Und was passiert nach Ablauf des Auftrags? Dann geht falsch adressierte Post zurück an den Absender. Der Vermerk lautet „Empfänger verzogen”. Wichtige Absender sollten deine neue Adresse bis dahin kennen.

Was kostet der Nachsendeauftrag?

Die Deutsche Post bietet privat nur noch eine Laufzeit an: 6 Monate. Die früheren Optionen mit 12 und 24 Monaten wurden Anfang 2025 abgeschafft. Für ein ganzes Jahr buchst du einfach zwei Aufträge nacheinander.

LaufzeitOnlineIn der Filiale
6 Monate31,90 €34,90 €
12 Monate (2 × 6 Monate)63,80 €69,80 €

Preise der Deutschen Post für Privatkunden (Stand: Juli 2026).

Online buchen ist also 3 Euro günstiger als in der Filiale. Der Preis gilt einmalig für die gesamte Laufzeit, nicht monatlich. Der Auftrag deckt dabei den ganzen Haushalt ab. Du kannst mehrere Personen mit demselben Nachnamen eintragen.

Ein Warnhinweis noch: Vorsicht bei Drittanbieter-Portalen in den Suchergebnissen. Sie verkaufen denselben Auftrag teils für 45 bis 80 Euro. Buche deshalb nur direkt bei der Deutschen Post. Die offizielle Buchung erkennst du an der Adresse shop.deutschepost.de.

So beantragst du den Nachsendeauftrag

Die Buchung dauert online nur wenige Minuten. So gehst du vor:

  1. Formular öffnen. Den Nachsendeservice findest du im Online-Shop der Deutschen Post.
  2. Daten eintragen. Gib alte Adresse, neue Adresse, Starttermin und alle Personen an.
  3. Bezahlen und bestätigen. Nach der Zahlung bekommst du eine Bestätigung per E-Mail.

Halte dabei deinen Ausweis bereit. Die Post prüft bei der Online-Buchung deine Identität.

Wen du trotzdem einzeln informieren musst

Der Nachsendeauftrag ist nur eine Übergangslösung. Jeder wichtige Absender braucht deine neue Adresse direkt. Diese Stellen solltest du selbst informieren:

  • Bank und Kreditkarten. Deine Bank muss die Adresse für Post und Karten kennen. Aktualisiere auch Depot- und PayPal-Konten.
  • Versicherungen. Melde die neue Adresse allen Versicherern. Bei der Hausratversicherung ändert sich oft sogar der Beitrag. Details erklärt der Ratgeber Hausratversicherung beim Umzug.
  • Arbeitgeber. Die Personalabteilung braucht deine Adresse für Lohnabrechnung und Sozialversicherung.
  • Ämter und Behörden. Finanzamt, Familienkasse und andere Stellen stellen teils förmlich zu. Verlass dich hier nie auf die Nachsendung.
  • Abos und Verträge. Streaming-Dienste, Zeitschriften, Fitnessstudio und Online-Shops laufen sonst ins Leere.
  • Ärzte, Schule und Vereine. Auch Hausarzt, Kita und Sportverein brauchen die neue Adresse.

Das klingt nach viel Schreibarbeit – ist es auch. Der E-Mail-Agent der Umzug AI App nimmt sie dir ab. Er schreibt deine Adressänderungen fertig vor, du musst nur senden.

Der Nachsendeauftrag ist nur eine von vielen Umzugsaufgaben. Den kompletten Zeitplan findest du in unserer Umzugscheckliste. Und was der ganze Umzug kostet, zeigt die Beispielrechnung zu den Umzugskosten.

Kurz zusammengefasst

Beantrage den Nachsendeauftrag mindestens 5 Werktage vor dem Umzug. Besser sind 2 bis 3 Wochen Vorlauf. Online zahlst du 31,90 Euro für 6 Monate (Stand: Juli 2026). Behördenpost und fremde Paketdienste sind nicht abgedeckt. Informiere Bank, Versicherungen, Arbeitgeber und Ämter deshalb direkt.

Die Umzug AI App erinnert dich an jede einzelne Adressänderung. Ihr E-Mail-Agent schreibt die Anschreiben gleich mit. Dein erster Umzug ist kostenlos.