Warum du die Versicherung beim Umzug prüfen musst

Die Hausratversicherung schützt dein Eigentum bei Einbruch, Feuer oder Wasserschaden. Die Höhe der Versicherungssumme richtet sich nach deiner Wohnfläche. Ziehst du in eine größere Wohnung, brauchst du meist eine höhere Summe.

Passt du die Summe nicht an, drohen zwei Probleme. Erstens zahlst du bei einer zu niedrigen Wohnfläche womöglich zu viel. Zweitens und wichtiger: Bei einer zu niedrigen Versicherungssumme drohen Kürzungen im Schadensfall. Diesen zweiten Fall nennt man Unterversicherung.

Unterversicherung bedeutet: Deine Versicherungssumme deckt nicht den vollen Wert deines Hausrats ab. Im Schadensfall zahlt die Versicherung dann nur anteilig. Das gilt selbst bei voll dokumentiertem Schaden.

Das betrifft nicht nur Umzüge in größere Wohnungen. Auch neue Möbel, Elektronik oder Wertgegenstände erhöhen den Wert deines Hausrats. Nach einem größeren Einkauf lohnt sich deshalb ein erneuter Blick auf die Versicherungssumme. Viele Haushalte unterschätzen den Gesamtwert ihres Besitzes deutlich.

Die 650-Euro-Faustformel

Eine bewährte Faustformel hilft bei der Berechnung. Rechne mit 650 Euro Versicherungssumme pro Quadratmeter Wohnfläche.

WohnungFlächeVersicherungssumme
Alte Wohnung60 m²39.000 €
Neue Wohnung85 m²55.250 €

Beispielwerte, Stand Juli 2026. Die tatsächliche Summe hängt vom Wert deines Hausrats ab.

Ziehst du von 60 auf 85 Quadratmeter um, steigt die empfohlene Summe deutlich. In diesem Beispiel um mehr als 16.000 Euro. Meldest du die neue Fläche nicht, bleibt die alte, niedrigere Summe bestehen. Genau das führt im Schadensfall zur Unterversicherung.

Die Faustformel ist ein guter Startpunkt. Sie ersetzt aber keine genaue Inventur. Besitzt du besonders hochwertige Möbel oder Technik, kann der reale Wert höher liegen. Prüfe in diesem Fall, ob eine höhere Summe sinnvoll ist. Eine kurze Liste deiner wertvollsten Gegenstände hilft bei der Einschätzung.

Was Unterversicherung im Schadensfall bedeutet

Ein Beispiel macht das Risiko deutlich. Nimm noch mal die 85-Quadratmeter-Wohnung von oben. Nötig wären dort 55.250 Euro Versicherungssumme.

Meldest du den Umzug nicht, bleiben nur die alten 39.000 Euro versichert. Das deckt nur rund 70 Prozent des tatsächlichen Werts ab. Bei einem Schaden von 10.000 Euro zahlt die Versicherung nicht den vollen Betrag. Sie kürzt die Erstattung anteilig. In diesem Beispiel bekommst du nur etwa 7.000 Euro erstattet. Die restlichen 3.000 Euro trägst du selbst.

Dieses Risiko lässt sich leicht vermeiden. Melde jeden Umzug und jede größere Anschaffung deinem Versicherer. Ein kurzer Anruf oder eine E-Mail genügt meist.

Manche Versicherer bieten eine automatische Anpassung an. Die Versicherungssumme steigt dabei jährlich um einen festen Prozentsatz. Das schützt vor allmählicher Unterversicherung durch neue Anschaffungen. Ein Umzug in eine größere Wohnung übersteigt diese automatische Anpassung aber oft deutlich. Deshalb bleibt die manuelle Meldung beim Umzug wichtig.

Doppelter Schutz während des Umzugs

Während des Umzugstages selbst ist dein Hausrat besonders gefährdet. Möbel und Kartons stehen kurzzeitig in zwei Wohnungen oder im Transporter. Viele Policen bieten deshalb einen automatischen Umzugsschutz.

Dieser Schutz gilt oft für einen begrenzten Zeitraum. Häufig sind es 1 bis 2 Monate rund um den Umzugstermin. In dieser Zeit sind alte und neue Wohnung gleichzeitig versichert. Auch der Transportweg dazwischen ist meist mitversichert.

Prüfe vor deinem Umzug, ob deine Police diesen Schutz enthält. Nicht jeder Tarif bietet ihn automatisch an. Frag im Zweifel direkt bei deinem Versicherer nach.

Dokumentiere zusätzlich den Zustand deiner Wertgegenstände vor dem Umzug. Fotos von Möbeln und Elektronik helfen im Streitfall. So kannst du einen Transportschaden leichter nachweisen. Bewahre auch Kaufbelege für teure Gegenstände auf.

Beispiel für den Jahresbeitrag

Die Kosten für eine Hausratversicherung hängen von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen Wohnfläche, Wohnort und die gewählte Versicherungssumme.

Für eine durchschnittliche Wohnung liegt ein realistischer Jahresbeitrag bei rund 75 Euro. Das entspricht etwa 6,25 Euro im Monat. Bei größerer Wohnfläche oder höherem Einbruchrisiko am Wohnort kann der Beitrag steigen.

Ein Vergleich lohnt sich gerade beim Umzug. Die neue Adresse kann ein anderes Risiko-Niveau haben als die alte. Ein neuer Tarif ist oft günstiger als das einfache Anpassen der alten Police.

Manche Regionen gelten als einbruchsicherer als andere. Das wirkt sich direkt auf den Beitrag aus. Auch die Stockwerklage spielt eine Rolle. Eine Wohnung im obersten Stock gilt oft als weniger einbruchgefährdet.

Checkliste für die Hausratversicherung beim Umzug

So gehst du beim Umzug konkret vor:

  1. Neue Wohnfläche ermitteln. Miss oder übernimm sie aus dem Mietvertrag.
  2. Versicherungssumme berechnen. Nutze die 650-Euro-Faustformel als Richtwert.
  3. Versicherer informieren. Melde neue Adresse und Fläche rechtzeitig.
  4. Umzugsschutz prüfen. Kläre, ob und wie lange er gilt.
  5. Tarif vergleichen. Prüfe, ob ein Wechsel sich lohnt.

Eine vollständige Übersicht aller Erledigungen findest du in unserer Umzugscheckliste. Was ein Umzug insgesamt kostet, zeigt dir unser Ratgeber zu den Umzugskosten.

Kurz zusammengefasst

Passe deine Hausratversicherung bei jedem Umzug an die neue Wohnfläche an. Die 650-Euro-Faustformel gibt dir einen schnellen Richtwert. Ohne Anpassung drohst du in eine Unterversicherung zu rutschen. Im Beispiel bedeutet das nur 7.000 statt 10.000 Euro Erstattung. Prüfe zusätzlich, ob dein Umzugsschutz greift.

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