Mitnehmen oder wechseln – die erste Entscheidung

Beim Umzug stellt sich für Internet dieselbe Frage wie bei Strom. Nimmst du deinen Vertrag mit? Oder wechselst du den Anbieter?

Mitnehmen bedeutet: Dein Anbieter schaltet die Leitung an der neuen Adresse frei. Das klappt nur, wenn er dort auch Netz anbietet. Viele Anbieter liefern nur regional. Ein Umzug in eine andere Stadt bedeutet oft: Der alte Anbieter kann gar nicht liefern.

Manche Anschlussarten sind zudem ortsgebunden. Ein DSL-Anschluss hängt an der Telefonleitung deiner Wohnung. Ein Kabelanschluss hängt am Kabelnetz des Gebäudes. Ziehst du in ein Haus ohne dieses Netz, ist Mitnehmen technisch unmöglich. Prüfe daher früh, welche Anschlussarten an der neuen Adresse überhaupt liegen.

Genau hier kommt ein wichtiger Begriff ins Spiel: das Sonderkündigungsrecht. Es steht im Telekommunikationsgesetz, § 60 Absatz 2 TKG. Die Regel ist einfach. Kann dein Anbieter dich an der neuen Adresse nicht versorgen, darfst du außerplanmäßig kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt dabei nur 1 Monat. Das gilt selbst dann, wenn dein Vertrag noch 20 Monate Laufzeit hätte.

Ohne dieses Recht wärst du an den alten Vertrag gebunden. Du müsstest ihn weiter bezahlen, obwohl du ihn nicht nutzen kannst. Das Gesetz schützt dich genau vor diesem Fall.

Wichtig: Das Sonderkündigungsrecht greift nur bei einem echten Umzug. Du musst dafür deine neue Adresse nachweisen können. Ein einfacher Anbieterwechsel am gleichen Wohnort zählt nicht dazu. Halte deinen Mietvertrag oder die Meldebestätigung bereit. Manche Anbieter verlangen diesen Nachweis vor der Bearbeitung.

Wann sich der Wechsel lohnt

Auch wenn dein Anbieter an der neuen Adresse liefern könnte, lohnt sich oft ein Wechsel. Der Grund ist derselbe wie bei Strom und Gas. Neukunden bekommen bessere Konditionen als Bestandskunden.

Ein Umzug ist der ideale Anlass für den Wechsel. Du musst ohnehin einen neuen Vertrag für die neue Adresse abschließen. Ein Vergleich kostet dich nur wenige Minuten. Er zeigt dir sofort, welche Anbieter an deiner neuen Adresse verfügbar sind.

Vergleiche dabei nicht nur den Preis. Achte auch auf die Bandbreite. Prüfe außerdem, ob es einen Aktivierungspreis gibt.

Ein weiterer Punkt ist die Mindestlaufzeit des neuen Vertrags. Die meisten Anbieter verlangen 24 Monate. Manche bieten aber auch Verträge ohne Mindestlaufzeit an. Diese kosten oft etwas mehr im Monat. Dafür bleibst du flexibel, falls du bald wieder umziehst.

Achte zusätzlich auf versteckte Kosten. Ein Router wird oft nur für die ersten Monate gestellt. Danach fällt manchmal eine monatliche Mietgebühr an. Frage aktiv nach, ob der Router im Preis enthalten ist.

Beispielrechnung: 300 Euro sparen im ersten Jahr

Rechnen wir ein realistisches Beispiel durch. Dein alter Vertrag hat noch 14 Monate Restlaufzeit.

PostenBetrag
Altvertrag: 44,99 € × 12 Monate539,88 €/Jahr
Neukundenangebot: 19,99 € × 12 Monate239,88 €/Jahr
Ersparnis im ersten Jahr300,00 €

Beispielwerte, Stand Juli 2026. Preise variieren je nach Region und Anbieter.

300 Euro im ersten Jahr sind ein realistischer Wert für viele Haushalte. Neukundenangebote liegen oft deutlich unter dem Preis für Bestandskunden. Nach der Aktionslaufzeit steigt der Preis meist wieder an. Plane daher ein, nach 12 Monaten erneut zu vergleichen.

Wichtig: Dank Sonderkündigungsrecht musst du die 14 Monate Restlaufzeit nicht abwarten. Du kannst sofort zum neuen Anbieter wechseln, sobald der Umzug feststeht.

Anschlusstermin früh planen

Der größte Stolperstein beim Internet-Umzug ist die Zeit. Ein neuer Anschluss braucht oft mehrere Wochen. Plane deshalb 2 bis 6 Wochen für die Umstellung ein.

Beantrage den neuen Vertrag, sobald du den Einzugstermin kennst. So vermeidest du eine Lücke ohne Internet. Gerade im Homeoffice ist das besonders wichtig.

Ein Vergleich hilft dir dabei doppelt. Der CHECK24-Internetvergleich* zeigt dir zusätzlich Liefertermine der Anbieter an. So siehst du direkt, wer an deiner neuen Adresse am schnellsten liefert.

Checkliste für den Internet-Umzug

So gehst du beim Wechsel oder Umzug des Internetanschlusses vor:

  1. Neue Adresse prüfen. Finde heraus, welche Anbieter dort verfügbar sind.
  2. Vergleich starten. Prüfe Preise, Bandbreite und Liefertermine.
  3. Alten Vertrag prüfen. Klärt dein Anbieter, ob er an der neuen Adresse liefert?
  4. Sonderkündigungsrecht nutzen. Falls nötig, kündige mit 1 Monat Frist.
  5. Neuen Vertrag früh abschließen. Mindestens 4 bis 6 Wochen vor dem Einzug.
  6. Übergangslösung einplanen. Ein mobiler Hotspot überbrückt eventuelle Lücken.

Wie beim Strom gilt auch hier: Wer früh handelt, spart Geld und Nerven. Die Logik mit Sonderkündigungsrecht und Fristen ähnelt der beim Strom-Umzug stark. Eine komplette Übersicht aller Fristen findest du in unserer Umzugscheckliste.

Kurz zusammengefasst

Prüfe zuerst, ob dein Anbieter an der neuen Adresse liefert. Kann er das nicht, greift dein Sonderkündigungsrecht nach § 60 TKG. Ein Vergleich lohnt sich fast immer. Im Beispiel sparst du 300 Euro im ersten Jahr. Beantrage den neuen Anschluss früh, damit keine Lücke entsteht.

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