Ummelden oder wechseln – was ist der Unterschied?

Beim Umzug hast du zwei Optionen für deinen Strom. Du kannst deinen bestehenden Vertrag ummelden. Dann läuft er einfach an der neuen Adresse weiter. Oder du wechselst den Anbieter komplett und startest mit einem neuen Vertrag.

Ummelden ist der bequeme Weg. Du rufst deinen Anbieter an, gibst die neue Adresse durch, fertig. Der Nachteil: Du zahlst weiter den alten Tarif. Und der ist nach ein, zwei Jahren oft nicht mehr der günstigste am Markt.

Wechseln lohnt sich fast immer beim Umzug. Der Grund: Neukunden bekommen fast immer bessere Konditionen als Bestandskunden. Anbieter locken mit Rabatten, um neue Verträge zu gewinnen. Bestandskunden zahlen dagegen oft den regulären, höheren Tarif. Ein Umzug ist der perfekte Moment für den Wechsel. Du musst dich sowieso ummelden. Der Aufwand ist also fast derselbe.

Wichtig zu wissen: Der Netzbetreiber bleibt in jedem Fall gleich. Das Stromnetz gehört einem regionalen Betreiber, den du nicht wählen kannst. Nur der Anbieter, von dem du den Strom kaufst, ist frei wählbar. Ein Wechsel betrifft also nur die Rechnung, nicht die Versorgungssicherheit.

Ein Begriff, der dir dabei begegnet: das Sonderkündigungsrecht. Es erlaubt dir, deinen Vertrag außerplanmäßig zu kündigen. Auch wenn die reguläre Laufzeit noch nicht vorbei ist. Ohne diesen Sonderfall müsstest du bis zum Vertragsende warten.

Deine Fristen im Überblick

Beim Umzug tickt die Uhr. Verpasst du die Fristen, zahlst du drauf. Diese Tabelle zeigt dir, wann du was erledigen solltest.

ZeitpunktWas zu tun ist
4 Wochen vorherAnbieter über den Umzug informieren
EinzugstagZählerstand fotografieren 📄
6 WochenFrist für dein Sonderkündigungsrecht

Die 4-Wochen-Frist ist keine gesetzliche Pflicht, aber eine sinnvolle Faustregel. Sie gibt deinem Anbieter genug Zeit, den Umzug zu bearbeiten. So klappt die Versorgung an der neuen Adresse ohne Lücke.

Das Foto vom Zählerstand am Einzugstag ist dein wichtigster Beweis. Ohne Foto kann es Streit über die Abrechnung geben. Etwa dann, wenn der Vormieter noch Verbrauch offen hat. Fotografiere den Zähler mit Zählernummer und Stand, am besten mit Zeitstempel. Notiere zusätzlich das Datum und die Uhrzeit der Ablesung dazu.

Das Sonderkündigungsrecht greift in zwei typischen Fällen. Dein bisheriger Anbieter liefert an der neuen Adresse gar nicht. Oder er verlangt dort andere Preise. Dann kannst du mit einer Frist von 6 Wochen kündigen. Die reguläre Laufzeit musst du nicht abwarten. Prüfe das am besten direkt bei der Ummeldung. Viele Anbieter weisen von sich aus darauf hin, manche aber nicht.

Verpasst du alle drei Fristen, landest du automatisch in der Grundversorgung des örtlichen Netzbetreibers. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, damit an keiner Adresse der Strom ausfällt. Praktisch heißt das: Du zahlst den teuersten verfügbaren Tarif am Ort. Und zwar so lange, bis du selbst aktiv wirst.

Beispielrechnung: Das sparst du beim Wechsel

Rechnen wir ein realistisches Beispiel durch: ein 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh.

PostenBetrag
Grundversorgung: 3.500 kWh × 0,45 €1.575,00 €
Grundpreis Grundversorgung: 12 × 15 €180,00 €
Summe Grundversorgung1.755,00 €/Jahr
PostenBetrag
Neukundentarif: 3.500 kWh × 0,27 €945,00 €
Grundpreis Neukundentarif: 12 × 12 €144,00 €
Summe Neukundentarif1.089,00 €/Jahr
PostenBetrag
Grundversorgung1.755,00 €
Neukundentarif1.089,00 €
Ersparnis666,00 €/Jahr

Beispielwerte, Stand Juli 2026. Preise variieren je nach Region und Verbrauch.

666 Euro im Jahr sind kein Rechenfehler. So groß ist der reale Abstand zwischen Grundversorgung und gutem Neukundentarif. Bei höherem Verbrauch fällt die Ersparnis sogar noch größer aus. Ein Vergleichsrechner zeigt dir in wenigen Minuten die passenden Tarife. So siehst du sofort, was an deiner neuen Adresse verfügbar ist.

Schritt für Schritt: Strom beim Umzug

So gehst du beim Umzug konkret vor:

  1. Auszugstermin klären. Sobald du den genauen Einzugstermin kennst, kannst du planen.
  2. Vergleich starten. Prüfe 4 Wochen vorher, ob sich ein Wechsel an der neuen Adresse lohnt.
  3. Neuen Vertrag abschließen. Wähle den Tarif mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis für deinen Verbrauch.
  4. Alten Vertrag kündigen oder ummelden. Je nachdem, ob du wechselst oder bleibst.
  5. Zählerstand am Einzugstag fotografieren. Zählernummer, Stand und Datum – das ist dein Beleg 📄.
  6. Zählerstand an beide Anbieter melden. Alter Anbieter für die Endabrechnung, neuer für den Vertragsstart.
  7. Erste Abrechnung prüfen. Kontrolliere, ob der gemeldete Zählerstand korrekt übernommen wurde.

Ein Tipp: Notiere dir den Zählerstand zusätzlich handschriftlich. So bist du abgesichert, falls das Foto nicht eindeutig lesbar ist. Bei Streitfällen zählt jeder Beleg. Bewahre auch die Bestätigungsmails von beiden Anbietern auf. Mindestens so lange, bis die erste Jahresabrechnung angekommen ist.

Strom ist nur einer von mehreren Verträgen, die beim Umzug umgemeldet werden müssen. Auch bei Gas lohnt sich ein Blick auf Fristen und Wechsel. Die Logik mit Ummeldung, Wechsel und Sonderkündigungsrecht ist fast identisch. Eine vollständige Übersicht aller Erledigungen rund um deinen Umzug findest du in unserer Umzugscheckliste.

Kurz zusammengefasst

Melde deinen Strom mindestens 4 Wochen vor dem Umzug um. Noch besser: Nutze den Umzug für einen Wechsel in einen Neukundentarif. Das spart im Beispiel 666 Euro pro Jahr. Fotografiere am Einzugstag den Zählerstand und melde ihn beiden Anbietern.

Du willst dir die ganze Umzugsplanung erleichtern? Die Umzug AI App erstellt dir eine persönliche Checkliste mit allen Fristen. Vertragswechsel wie dieser sind schon enthalten. Dein erster Umzug ist kostenlos.